image Leica M-P (240) und Summilux-M 1:1.4/50 ASPH. image Monochrome Landschafts- und Waldfotografie

Leica Messsucherkamera – erste Erfahrungen

Einige Tage sind nach Erhalt meiner Leica Messsucherkamera vergangen. Trotz des häufig schlechten Wetters ergaben sich dennoch einige Möglichkeiten für mich, sie in der Natur ausprobieren zu können. Bei diesen Ausflügen begleitete mich natürlich meine Hündin Leika. Über meine ersten Erfahrungen mit der Messsucherkamer werde ich nun berichten.

Auf geht´s in die Natur:

... wer schaut denn da zu?

Ist da wer neugierig … wer schaut denn da nur zu?

Die hohe Fertigungsqualität ist spürbar

Den ersten Aha-Effekt verspürte ich bereits beim Durchblick durch den Messsucher. Er ist groß, klar und absolut hell. Der eingeblendete Leuchtrahmen für mein 50 mm Objektiv stellt zugleich das tatsächliche Bildfeld dar zuzüglich einem über das Bildfeld hinausgehenden sichtbaren Bereich. Der sich daraus ergebende Vorteil beim Komponieren eines Bildes empfinde ich als absoluten Vorteil, mithin angenehm und den komponierenden Vorgang deutlich vereinfachend.
Erwähnenswert ist der bei meinem Modell der vorhandene Bildfeldwähler. Er ermöglicht es ohne Objektivwechsel, die entsprechenden Bildrahmen für die Brennweiten 28 und 90 mm, 35 und 135 mm sowie 50 und 75 mm in den Messsucher einspiegeln zu können. So ist es bereits im Vorfeld möglich, aus gestaltungsrelevanten Gründen sich die entsprechenden Rahmen zur möglichen Objektivauswahl anzeigen zu lassen.

Der Messsucher ist absolut hell, groß und bietet genug Sichtfeld zum komponieren

Als Messmethode habe ich für den Messsucherbetrieb die klassische Messmethode ausgewählt. Diese scheint mir nach den ersten Aufnahmen relativ gut zu funktionieren. Ist der Dynamikumfang zu groß, kann es hilfreich sein, als Ersatz für eine Graukarte einen grauen (Asphalt), grünen (satte Wiese) oder hellblauen Bereich (hellblauer Himmel) anzumessen und den erzielten Wert in Messspeicher zu übernehmen. Anschliessen rekomponiert man das Bild und löst aus. Mit etwas Übung stellt sich bei dieser Vorgehensweise relativ schnell Erfolg ein.
Alternativ kann man im Menü die „erweiterte“ Messmethode auswählen, welche dann die Auswahl der Spot-, mottenbetonten- und Mehrfeldmessung über durch die Messung über den Sensor ermöglicht.

Das Scharfstellen mit dem Messsucher nach der Mischbild- bzw. Schnittbildmethode bereitet nach etwas Übung grds. keine Probleme. Ein zügiges und präzises Scharfstellen ist dann möglich – und dies durchaus auch bei Offenblende. Jedoch empfinde ich es gerade bei kleinen Blenden bis f/5.6 etwas schwierig, wenn der scharf zu stellende Bereich außerhalb der Mitte liegt. Das dann nach dem Scharfstellen erforderliche rekomponieren erfordert schon Übung, hier den Schärfentiefebereich in der Ebene nicht zu verschieben bzw. mit entsprechender Erfahrung manuell nachzuführen.

Das Scharfstellen mit dem Messsucher … bereitet nach etwas Übung keine Probleme

Einen zweiten Aha-Effekt erhielt ich, nachdem ich die RAW´s in meine Bildbearbeitung LR eingelesen hatte. Sehr überrascht war ich über die kontrastreichen und farblich ausgewogenen Bilddateien. Diese, wenn sie richtig belichtet wurden, hinterließen den Eindruck keiner notwendigen großen Bildnachbearbeitung. Im Vergleich zu den gleichzeitig noch aufgenommenen jpeg-Fotos standen diese in Ihrer Wirkung kaum etwas nach.

Kontrastreiche und farblich ausgewogene Bilddateien

Schnecke

Schnecke

Trotz der vorbeschriebenen positiven Eindrücke konnte ich mich aber Anfangs nicht des Gefühls erwehren, nochmals mit dem Fotografieren neu anzufangen. In irgendeiner Art empfand ich, wenn auch nicht plausibel darlegbar, noch nie fotografiert zu haben. Es ist eine andere Art des Fotografierens, auf welche man sich mit einer Messsucherkamera  im Vergleich zu einer DSLR einläßt. Vielleicht liegen die Gründe für solch ein Empfinden aber auch darin gebettet, mit einem System zu fotografieren, welches auf die grundsätzlichen und technisch notwendigen Einstellt- und Bedienungsmöglichkeiten reduziert ist.

Die Objektive für die Messsucherkameras werden komplett manuell bedient. Blendenvorwahl und Fokus werden von Hand eingestellt. Meine ersten gewonnen Eindrücke stimmen mit denen vieler Orts positiv berichteten überein, so dass ich entsprechende Wiederholung an dieser Stelle dem Leser und mir ersparen möchte.

Bilder sagen mehr als tausend Worte …

Blumenwiese

Blumenwiese

Klatschmohn

Klatschmohn

Sehr beeindruckend empfinde ich die große Freistellungsqualität, die exzellente Schärfe als auch die Plastizität und empfundene Dreidimensionalität, welche mit kleiner Blende bzw. gar Offenblende erzielt werden kann.

Leika - lachen kann sie (noch) nicht

Leika – lachen kann sie (noch?!) nicht

... aber schauen wie eine Diva - muss man wohl als Modell?!

… aber schauen wie eine Diva – gehört wohl dazu als Model?!

L1000341


Was ist sonst noch zu berichten:

Das Einrichten der Leica Messsucherkamera anhand der Menüs ist relativ einfach, übersichtlich und geht zügig von statten. Als positiv ist hierbei erwähnenswert anzuführen, das der Benutzer insgesamt vier persönliche Anwenderprofile mit unterschiedlich vorgenommen Grundeinstellungen der Kamera für eigene Nutzerbedürfnisse erstellen kann. Ich habe diese Möglichkeit für mich genutzt, um schneller die speziellen Einstellungen, u. a. für Belichtungsarten im Messsucherbetrieb (klassisch, erweitert – je ein Profil), für die Auto-ISO-Einstellung als auch für den monochromen Betrieb in der jeweiligen bevorzugten Kombination auswählen zu können.

Abschliessend, und das empfinde ich als tatsächlich nachteilig, ist die mangelhafte Übertragung der korrekten Blendenwerte in die EXIF-Daten der Bilddateien. Dies, wenn auch Bauart bedingt, lässt im Nachhinein eine entsprechende Zuordnung der genutzten Blendenwerte nicht zu. Hier bediene ich mich für den Fall empfundener Notwendigkeit eines Notizblocks und notiere mir (noch) die Blendenwerte zum zugehörigen Bild.

L1000312


Erstes kleines Resümee:

Ich bin überrascht über die mögliche Leichtigkeit beim Fotografieren. Diese drückt sich aus im geringen mitzuführenden Gewicht der Ausrüstung, der einfachen und schnellen Bedienung des Systems und über die Qualität der gewonnen Bilder. Dies ist sehr erfreulich.

Die ersten gewonnen Eindrücke mit der Leica Messsucherkamer stimmen mich durchaus zufrieden.

Trotz alle dem ist es (für mich) notwendig, sich eingehend mit dem System und seiner gezielten Anwendung im unterschiedlichen Einsatz auseinander zu setzen. Hier fallen mir zu aller erst die möglichen Umstände anzutreffenden großen Dynamikumfang bei Tage, zu Nacht und den Übergangszeiten ein. Zudem sind die möglichen unterschiedlichen Fokussierungsarten (Punkt-, Zonen-, hypervokaler- und Unendlichkeitsfokus) einzuüben, um hier die in der Praxis dafür notwendigen Fertigkeiten für ein zügiges und präzises Arbeiten zu ermöglichen. Erweiternd wären noch der Filtereinsatz, Langzeitbelichtungen, Stativarbeit usw. zu nennen.

Die gezeigten Aufnahmen sind mit 50 mm Brennweite entstanden.

Verwandte Artikel
  • Alle
  • nach Autor
  • nach Kategorie
  • By Tag
7 Kommentare
  • Adrian Hirsbrunner
    Antworten

    Hallo Martin

    Sehr schön, jetzt hast Du also Deine Kamera! Tolle Mikrokontraste in den Bildern. Der Bildeindruck gefällt mir sehr! Sehr schöne Farben und plastische Bildwirkung.

    Ich wünsche Dir viel Spass mit deiner neuen Kamera!
    Herzliche Grüsse
    Adrian

    • Martin Pitsch
      Antworten

      Hallo Adrian,

      vielen Dank. Ja, ich bin auch überrascht über die Zeichnung der feinen Strukturen und der sich daraus ergebene Gesamteindruck einer detailreichen Aufnahme. Auch die farbliche Anmutung der dng´s ist wunderbar. Ich hoffe, das sich hier eine „wunderbare Freundschaft“ entwickelt.

      Herzliche Grüße in die Schweiz,
      Martin

  • Claus Sassenberg
    Antworten

    Hallo Martin,

    freut mich, dass du gut klar kommst! Die Fotos sind Beweis genug.

    Weiterhin viel Spass beim Erfahrung sammeln mit einem Kamerasystem, das einen das Fotografieren neu entdecken lässt.

    Viele Grüße aus Ostwestfalen,

    Claus

    • Martin Pitsch
      Antworten

      Hallo Claus,

      vielen lieben Dank!

      Am Wochenende werde ich mich, sofern das Wetter es zuläßt, in der Stativarbeit mit meiner Leica M-P üben, um Aufnahmen für monochrome Umwandlungen zu machen.

      Ein schönes, entspanntes Wochenende wünscht,
      Martin

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Blog via E-Mail abonnieren

Geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Kategorien