image Leica Messsucherkamera – erste Erfahrungen image Abstrakt

Monochrome Landschafts- und Waldfotografie

Acht Wochen sind bereits von dem Zeitpunkt vergangen, als ich auf die Fotografie mit einer Messsucherkamera umgestiegen bin. Das Fotografieren mit dem Messsucher wird zur Normalität. Endlich habe ich zurück gefunden zu meiner Art des entspannenden und entspannten Fotografierens in der Natur. Freude und Vergnügen am Fotografieren stellen sich wieder ein. Sich einstellender Frust mit der alten Kameraausrüstung sind Vergangenheit.

Auf meinen Wanderungen geniesse ich die Natur, das mich umgebende Vogelgezwitscher, die sich zeigenden Tiere des Waldes und die herrlichen Ausblicke, welche sich mir anbieten. Dabei ist mein Blick bei den Wanderungen nicht ausgerichtet auf das Auffinden vermeintlich gute Motive die es wert seien könnten, fotografiert zu werden.
Vielmehr ist es so, dass ich innere Bilder und Vorstellungen über evtl. sich vorzufindende Gegebenheiten habe. Stellen sich dann entsprechende Eindrücke, welche sich mit diesen decken, so verspüre ich dies und halte inne, versuche mich nicht mehr ablenken zu lassen durch die mich evtl. umgebende Gedankenwelt sondern versuche mich mich auf das Vorgefundene zu konzentrieren. Durch Betrachten der sich mir einstellenden Situation, verspüren innerer Gefühle und Aufnehmen der Umgebungsgeräusche versuche ich mich einzustimmen. Das sich dadurch herauskristallisierende Motiv, welches ich fotografieren möchte, stellt sich mir dadurch immer mehr da und wird im besten Fall deckungsgleich mit einem vorhandenen inneren Bild.

Sicherlich ist es bei diesem Vorgehen so, dass ich nicht mit einer großen Anzahl an Fotos heim komme. Es stellt sich aber heraus, das die mit heimgebrachten Aufnahmen von akzeptabler Qualität sind und der Ausschuss immer geringer wird. Sogenannte „Schnappschüsse“ nehmen deutlich ab.

Auslick vom Großen Arber in Richtung Kleiner Arbersee

Auslick vom Großen Arber in Richtung Kleiner Arbersee – 50 mm Brennweite

Im folgenden gehe dann in aller Ruhe dazu über, mein Stativ aufzubauen und die Kamera einzurichten. Durch den Messsucher meiner Kamera nehme ich das Motiv auf ein Neues wahr und richte das Kamerasystem ein. Dabei verstelle ich durchaus das Stativ nebst Kamera oder richte die Aufnahmehöhe neu aus, immer gefolgt von kontrollierenden Blicken durch den den Messsucher um die passende Perspektive zu finden. Anschliessend bediene ich mich des Live View, um exakt auf den wichtigen Teil der Motiven scharf zu stellen und die notwendige Blende zu bestimmen.

Als absoluten Höhepunkt dieses Prozesses geniesse ich den Moment, in welchem ich den mechanischen Drahtauslöser mit dem Auslöser der Kamera verbinde. Dieses Gefühl kann nur aufkommen mit einer Leica Camera. Es mag für den Einen oder Anderen als antiquiert empfunden werden, das ich mich solcher Utensilien bediene, jedoch dienen diese mir genau wie das manuellen Einstellen von Fokuspunkt, Blende und Zeit der Möglichkeit späteren Erinnerns an den den Aufnahmezeitpunkt und dessen Ablauf, wenn ich das entwickelte bzw. gedruckte Bild mit Freude in Händen halte.

Hochsitz

Hochsitz – 50 mm Brennweite

Ist nun die Kamera auf dem Stativ exakt ausgerichtet und der Drahtauslöser montiert, erfolgt ein letzter Blick auf den Monitor mit Betrachten des Histogramms zur Überprüfung der eingestellten Belichtung. Falls notwendig wird die Belichtungszeit nachjustiert. Die Aufnahme erfolgt dann final durch Auslösen mittels Drahtauslöser und zwei Sekunden Auslöseverzögerung, nachdem ich mich mit Bedacht einen Schritt von der Kamera zurück entfernt habe.

Aus der Beschreibung der Art, wie ich fotografiere, ist erkennbar, das dies für mich ein Akt emotionalem Schaffens ist, welchen ich reproduzierbar beim Betrachten des in Händen haltenden Fotos nachspüren kann. Die Messsucherkamera mit ihren wenigen Einstellungsmöglichkeiten über ihr Menü machen dieses Spüren und Nachspüren des Fotografievorganges erst möglich. Meine Gefühle und Empfindungen sowie die Aussage, welche ich durch die Aufnahme transportieren möchte, wird im besten Fall auch beim Betrachter meiner Landschafts- und Waldfotografien spürbar.

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Aufstieg zum Großen Arber – 50 mm Brennweite

Absolut erfreulich bei meinen aktuellen mehrstündigen Wanderungen ist, mit solch kleiner Kameraausrüstung diese zu unternehmen. Kaum spürend und wahrnehmend hängt sie um meine Schulter oder wird wird in einer Hand liegend bequem getragen. Ein völlig neues Gefühl, welches sich mir im Vergleich zur damaligen noch großen und schweren DSLR-Ausrüstung zeigt. Für jene Zwecke kann ich mittlerweile abschliessend sagen, nichts zu vermissen.

Der „Pfahl“ bei Viechtach – 50 mm Brennweite

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4 Kommentare
  • LiK
    Antworten

    Hi,
    ich finde die Bilder eigentlich sehr schön. Die SW-Umsetzung gefällt mir gut. Besonders gut ist das letzte Bild – warum weiß ich aber nicht!? 🙂 Weiter so!

    Alex

  • Klaus H. Peters
    Antworten

    Auch mir gefallen Deine schwarzweißen Landschaftsaufnahmen – gute SW-Technik. Sicher ist die Leica M eine großartige Kamera für das Fotografieren beim Wandern. Ich muss jedoch gestehen, dass ich bei Wanderunternehmungen nur eine kleine Kompaktkamera mitführe, des geringeren Gewichtes wegen.

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