image Carl Zeiss Makro-Planar T* 2/50 ZF.2 image Franken, Bamberg und Weinberge – Teil I

Schwarzweißfotografie I – Stadt

Immer mehr neige ich dazu, mich der Schwarzweißfotografie zu widmen. Mir gefällt hierbei das Herausarbeiten von Kontrasten und Stimmungen sowie die Möglichkeit des Reduzierens auf das Wesentliche bei der Fotografie.

Nachdem ich nun als Ersatz für meinen alten und defekten Stativkopf nunmehr meinen neuen Kugelkopf (Novoflex Classic Ball 3 II) erhalten habe, stand einer geplanten Fotoexkursion zu nächtlicher Stunde nichts mehr im Wege.

Gestern war es dann so weit. Mein Ziel der nächtlichen Fototour war es, vielleicht ein oder auch zwei gestaltete Aufnahmen mit nach Hause nehmen zu können. Als mögliche Orte wählte ich Gassen der Altstadt von Regensburg abseits nächtlichen Trubels, um ungestört arbeiten zu können.

Folgende Vorgehensweise habe ich angewandt:
Nachdem ich ein interessantes Sujet für meine Aufnahme gefunden hatte, versuchte ich mich auf die vorgefundene Situtation einzulassen. Ich schaute nach Kontrasten, Schatten, Lichtverläufen, Spannungen und Beziehungen und betrachtete konzentriert die Gesamtsituation. Dabei bemühte ich mich, die jeweils vorgefundene Stimmung in mir aufzunehmen und in Einklang mit meinen Vorstellungen und Empfindungen zu bringen. Dabei betrachtete ich die Situation aus unterschiedlichen Standpunkten, um ein „möglichst genaues Bild“ von dem noch zu Erschaffenden in mir entstehen zu lassen. Bei dieser Vorgehensweise entsteht in mir eine gesättigte Ruhe, welche optimaler Weise eine gute Voraussetzung für den weiteren Schaffensprozess darstellt.

Anschliessend wurde das Stativ aufgebaut und die Kamera sorgfältig fixiert. Mittels Liveview habe ich die Kamera auf den zu fotografierenden Ausschnitt ausgerichtet. Insgesamt war mein Bestreben, die Situation sauber der Art auszubelichten, dass im besten Fall ein präzise belichtetes Foto entstand.
Sicherheitshalber – wegen der häufigen großen Kontrastunterschiede –  habe ich aber auch eine aus drei Bildern angefertigte Belichtungsreihe geschossen. Diese wurde mit 2 Blendenwerten unter- und überbelichtet. Die Bilder der Belichtungsreihe können entsprechend im Entwicklungsprozess überlagert werden, um daraus ein entsprechend belichtetes Bild entstehen zu lassen.

Zum Einsatz kam meine NIKON D750 mit  dem Zeiss Makro-Planar T* 2/50mm Objektiv.

Die grundsätzlichen Kameraeinstellungen wurden wie folgt gewählt:

  • Nutzung des Fernauslösers mit 2 Sekunden Vorlauf für die Spiegelvorauslösung
  • Aktivierung von Liveview
  • ISO 100
  • Aktivierung der Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen

Nachdem die Kamera  eingerichtet und der Bildausschnitt festgelegt war, habe ich mittels Zoomvorschauf auf den das Bild bestimmende Element scharf gestellt und eine passende Blende gewählt. Anschliessend wurde die Belichtungsmessung auf den hellsten Teil des Bildes vorgenommen. Da hierbei absehbar eine Überbelichtung auftrat, wurde unter zu Hilfenahme des Histogramms die Belichtungszeit entsprechend angepasst und ein, zwei Testaufnahmen als optische Kontrollmöglichkeit fotografiert.
Ausschlaggebend bei der Einstellung der Belichtungszeit waren für mich keine „ausgefressenen“, informationslosen Bereiche im gewählten Bildausschnitt.

Nach einen kurzen Innehalten wurden von mir die finalen Fotos und Bildreihen fotografiert und kontrolliert.

Nun ist genug geschrieben … hier folgen nun die Bilder in jeweils zwei Versionen. Das erste Bild stellt jeweils eine korrekt belichtete Aufnahme dar, das zweite Bild wurde aus einer Belichtungsreihe zusammengesetzt wie vor beschrieben.

Um einen Vergleich beider Aufnahmen durchführen zu können, entwickelte ich als erstes das Bild aus Belichtungsreihe. Hierfür ist aus dem unter- wie auch überbelichteten Bild ein HDR-Bild entstanden. Diese wurde abschliessend dezent noch angepasst. Zudem erfolgte ein leichter Beschnitt aus dem Format 3:2 in 4:3.
Anschliessend wurden die kompletten Belichtungsdaten als auch der Beschnitt mit dem ersten, einfach aber korrekt belichteten Bild synchronisiert.

Erkennbar ist dann bei beiden Aufnahmen, dass das jeweils aus den Belichtungsreihen bestehende Bild eine deutlich feinere Zeichnung hat. Auch die Kontraste und Mikrokontraste sind deutlich besser ausgebildet. Der Schärfeeindruck ist brillanter.

Es ist aber auch erkennbar, dass die sauber ausbelichteten Einzelaufnahmen für sich schon sehr gut in ihrer Darstellung sind. Auch bei Ihnen ist eine feine Zeichnung mit sehr guten Kontrasten deutlich erkennbar.

Weder bei den Einzelaufnahmen, noch bei den aus den Belichtungsreihen erstellten Aufnahmen sind „ausgefressene“, also informationslose Bereiche erkennbar.

Erste Bildreihe:

Silberne-Kranz-Gasse, Regensburg

Silberne-Kranz-Gasse, Regensburg mit f/14, 13s

Silberne-Kranz-Gasse, Regensburg

Silberne-Kranz-Gasse, Regensburg – aus Belichtungsreihe mit f/14, 8s +/- 2EV

 

Zweite Bildreihe:

Rote-Löwen-Straße, Regensburg

Rote-Löwen-Straße, Regensburg mit f/14, 5s

Rote-Löwen-Straße, Regensburg

Rote-Löwen-Straße, Regensburg – aus Belichtungsreihe mit f/14, 30s +/- 2EV

 

Ich beabsichtige in loser Folge hieraus ein „Projekt der Schwarzweißfotografie“ entstehen zu lassen. In diesem sollen Aufnahmen aus unterschiedlichen Bereichen (Natur- und Landschaftsfotografie wie auch Stadtfotografie, bei Tage und bei Nacht) der Fotografie gezeigt werden.

Verwandte Artikel
  • Alle
  • nach Autor
  • nach Kategorie
  • By Tag
1 comment
  • Alex
    Antworten

    Sehr schöne Bilder und sehr detaillierte Beschreibung. Aus dem Ansatz ein Projekt zu machen ist eine gute Idee. Ich denke da lässt sich etwas daraus entwickeln. Weiter so…

    Alex

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Blog via E-Mail abonnieren

Geben Sie ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Kategorien